Foto: Christian Weische
Johanneswerk richtet SONG-Fachtagung mit Projektstart LoVe aus
Selbstbestimmung und Lebensqualität bis ins hohe Alter, Leben im vertrauten Wohnviertel, mit verschiedenen Generationen in der Nachbarschaft und Hilfsangeboten, die rund um die Uhr abrufbar sind – für dieses Idealbild einer „Quartiersnahen Versorgung“ setzen sich das Ev. Johanneswerk und weitere Träger aus der Wohlfahrtspflege und dem sozialwirtschaftlichen Bereich im „Netzwerk: Soziales neu gestalten“ (kurz SONG) ein. Mit der gemeinsamen Vertragsunterzeichnung haben die Netzwerk-Partner jetzt in Bielefeld offiziell das Projekt „LoVe“ gestartet, das mit neuen Wohnkonzepten für alte Menschen auch neue Perspektiven für Beschäftigte in der Pflege eröffnet. Rund 100 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet, darunter Vertreter von Kommunen und aus der Sozialwirtschaft, informierten sich zunächst auf der Fachtagung „Engagieren im Quartier“ über alternative Versorgungsformen jenseits stationärer Einrichtungen. Das Johanneswerk hatte zum fachlichen Austausch und Diskurs mit hochkarätigen Referenten nach Bielefeld eingeladen. Dabei ging es auch um Bedingungen und Herausforderungen für Städte und Gemeinden bei der Umsetzung quartiersnaher Angebote. „Wir müssen schauen, wie die Menschen in Zukunft leben wollen und welche Kompetenzen unsere Mitarbeitenden brauchen, damit das in einem Wohnquartier gelingt“, betonte zur Begrüßung Karsten Gebhardt, Vorsitzender des Vorstands des Johanneswerks, „dieser Fachtag ist der erste Schritt in die richtige Richtung.“
Zusammenschluss bundesweiter Träger
Mit dem Projekt LoVe – kurz für „Lokale Verantwortungsgemeinschaften in kleinen Lebenskreisen“ – haben sich erstmals bundesweit verschiedene Träger zusammengeschlossen, um zukunftsfähige Modelle für ältere und behinderte Menschen zu entwickeln und umzusetzen. Neben dem Johanneswerk gehören die Bremer Heimstiftung, die Caritas-Betriebsführungs- und Trägergesellschaft mbH (CBT, Köln), die Stiftung Liebenau (Meckenbeuren-Liebenau), das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA, Köln) und die Bundesakademie für Kirche und Diakonie (BAKD, Berlin) zu den Projektpartnern. Die Projektkosten von 1,3 Millionen Euro tragen zu 60 Prozent der Europäische Sozialfonds für Deutschland und die EU; 40 Prozent übernehmen die Projektbeteiligten selbst.
„Wir haben die moralische Verpflichtung, dem letzten und vornehmsten Wunsch der Menschen – in der Vertrautheit der eigenen vier Wände in ihrem Viertel zu leben und zu sterben – zu entsprechen“, sagte Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner, profilierter Vertreter der deutschen Sozialpsychiatrie, in seinem Fachvortrag. „Damit quartiersnahe Pflege flächendeckend umgesetzt werden kann, benötigen wir verschiedene Träger und ihre vielfältigen Fähigkeiten“, so Ursula Kremer-Preiß, Referentin des KDA. Das Projekt LoVe verfolgt die Zielsetzung, Wohnquartiere zu schaffen, in denen Angehörige und Nachbarn, Ehrenamtliche und Fachkräfte gemeinsam die Verantwortung für pflegebedürftige und behinderte Menschen übernehmen. Die Beteiligten dieser Netzwerke vor Ort werden über das LoVe-Modell qualifiziert: berufsbegleitend als Fach- und Führungskräfte der Alten- und Behindertenhilfe, zu Pflege- und Assistenzfachkräften oder für das ehrenamtliche Engagement. „Von den neuen Wohnformen und den Qualifizierungsprogrammen profitieren alle“, so Dr. h.c. Jürgen Gohde, Vorstandvorsitzender vom KDA, „Kommunen, Unternehmen, Fach- und Pflegekräfte und ehrenamtlich tätige Bürger.“
Bereits neun Projekte im Johanneswerk
„Es gibt eine neue Art der Hinwendung zum bürgerschaftlichen Engagement, ein neues Verantwortungsbewusstsein für die Gesellschaft“, hob Dr. Bodo de Vries vom Johanneswerkvorstand hervor. Im Johanneswerk gibt es bereits heute neun Wohnprojekte der quartiersnahen Versorgung – in Bielefeld, in Werther, in Gütersloh, in Bocholt, in Herford und in Bad Driburg. Zwei weitere sind in Planung. Projektmittelpunkt sind Wohncafés, in denen sich ältere und behinderte Menschen mit Angehörigen und Nachbarn treffen, beispielsweise zum gemeinsamen Kochen, Essen oder Fernsehen. „Versorgungssicherheit im Wohnquartier statt stationärer Versorgung, das ist die Alternative“, resümierte de Vries zum Abschluss der Veranstaltung, „als LoVe- Projektpartner reden wir nicht nur, wir haben Projekte initiiert und tauschen uns aus.“
Zusammenschluss bundesweiter Träger
Mit dem Projekt LoVe – kurz für „Lokale Verantwortungsgemeinschaften in kleinen Lebenskreisen“ – haben sich erstmals bundesweit verschiedene Träger zusammengeschlossen, um zukunftsfähige Modelle für ältere und behinderte Menschen zu entwickeln und umzusetzen. Neben dem Johanneswerk gehören die Bremer Heimstiftung, die Caritas-Betriebsführungs- und Trägergesellschaft mbH (CBT, Köln), die Stiftung Liebenau (Meckenbeuren-Liebenau), das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA, Köln) und die Bundesakademie für Kirche und Diakonie (BAKD, Berlin) zu den Projektpartnern. Die Projektkosten von 1,3 Millionen Euro tragen zu 60 Prozent der Europäische Sozialfonds für Deutschland und die EU; 40 Prozent übernehmen die Projektbeteiligten selbst.
„Wir haben die moralische Verpflichtung, dem letzten und vornehmsten Wunsch der Menschen – in der Vertrautheit der eigenen vier Wände in ihrem Viertel zu leben und zu sterben – zu entsprechen“, sagte Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner, profilierter Vertreter der deutschen Sozialpsychiatrie, in seinem Fachvortrag. „Damit quartiersnahe Pflege flächendeckend umgesetzt werden kann, benötigen wir verschiedene Träger und ihre vielfältigen Fähigkeiten“, so Ursula Kremer-Preiß, Referentin des KDA. Das Projekt LoVe verfolgt die Zielsetzung, Wohnquartiere zu schaffen, in denen Angehörige und Nachbarn, Ehrenamtliche und Fachkräfte gemeinsam die Verantwortung für pflegebedürftige und behinderte Menschen übernehmen. Die Beteiligten dieser Netzwerke vor Ort werden über das LoVe-Modell qualifiziert: berufsbegleitend als Fach- und Führungskräfte der Alten- und Behindertenhilfe, zu Pflege- und Assistenzfachkräften oder für das ehrenamtliche Engagement. „Von den neuen Wohnformen und den Qualifizierungsprogrammen profitieren alle“, so Dr. h.c. Jürgen Gohde, Vorstandvorsitzender vom KDA, „Kommunen, Unternehmen, Fach- und Pflegekräfte und ehrenamtlich tätige Bürger.“
Bereits neun Projekte im Johanneswerk
„Es gibt eine neue Art der Hinwendung zum bürgerschaftlichen Engagement, ein neues Verantwortungsbewusstsein für die Gesellschaft“, hob Dr. Bodo de Vries vom Johanneswerkvorstand hervor. Im Johanneswerk gibt es bereits heute neun Wohnprojekte der quartiersnahen Versorgung – in Bielefeld, in Werther, in Gütersloh, in Bocholt, in Herford und in Bad Driburg. Zwei weitere sind in Planung. Projektmittelpunkt sind Wohncafés, in denen sich ältere und behinderte Menschen mit Angehörigen und Nachbarn treffen, beispielsweise zum gemeinsamen Kochen, Essen oder Fernsehen. „Versorgungssicherheit im Wohnquartier statt stationärer Versorgung, das ist die Alternative“, resümierte de Vries zum Abschluss der Veranstaltung, „als LoVe- Projektpartner reden wir nicht nur, wir haben Projekte initiiert und tauschen uns aus.“





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